Sektionschef Dr. Michael Losch
Sektionschef Center 1
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
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Forschung, Entwicklung und Innovationskompetenz stellen Schlüsselfaktoren für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft dar. Die erfolgreiche Entwicklung von neuen Produkten führt nicht nur zur nachhaltigen Sicherung von Arbeitsplätzen, sondern auch zu einer wissensbasierten Gesellschaft.
Die aktuelle F&E-Erhebung (Statistik Austria) zeigt, dass Österreich die Schwelle vom Innovations-follower zum Innovationsführer in der EU bald überschreiten kann. Die F&E-Quote hat sich im Vorjahr auf 2,63 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht, während die F&E-Ausgaben von 3,4 Milliarden Euro (1998) auf 7,5 Milliarden Euro (2008) empor geschnellt sind. Das entspricht einer Steigerung von 120,6 Prozent.
Um diesen positiven Trend zu verstärken, muss die Zusammenarbeit zwischen der Forschung und der Wirtschaft weiter intensiviert werden. Hier unterstützt das Wirtschaftsministerium zum Beispiel mit Programmen wie Competence Centers for Excellent Technologies (COMET), Research Studios Austria (RSA), Cooperation & Innovation (COIN) sowie den Christian Doppler Laboratorien (CD-Labors). Zudem wird die Vernetzung von Unternehmen immer wichtiger, da sich der Innovationsprozess immer weniger in einzelnen Unternehmen abspielt, sondern vielmehr die interaktive Wertschöpfung in der Innovation an Bedeutung gewinnt.
Durch die 2008 durch das Center 1 des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) ins Leben gerufene nationale Clusterplattform wurde erstmals eine strukturierte Arbeitsebene für die Cluster- und Forschungsakteure geschaffen.
In der durch Klein- und Mittelbetriebe gekennzeichneten Wirtschaftsstruktur haben sich Cluster als Netzwerke zur Erhöhung der regionalen Standortgunst und Innovationskraft in den letzten 15 Jahren mit großem Erfolg positioniert. Kooperationen von Unternehmen und öffentlichen Instanzen, organisiert in Clustern, haben sich als wichtiges Instrument im harten Wettbewerbskampf der globalisierten Wirtschaft erwiesen. Gemeinsam mit den Kompetenzzentren, welche technologische Stärkefelder bilden, stellen Cluster auch eine zentrale Entwicklungsschiene zur Förderung von Forschung und Technologie in Österreich dar.
Cluster sind schwer in übliche Statistiken zu pressen. In Studien des BMWFJ (2007, 2009) wurde dennoch versucht, einige Kennzahlen zu erheben, und zwar mithilfe einer Direktbefragung der Cluster (zu Umsatz, Beschäftigung, F&E-Intensität, Exportquote). Addiert man solche Umsätze und Beschäftigtenzahlen - was gewiss nicht ganz zulässig ist, aber dennoch eine Vorstellung von den Dimensionen liefert - so gelangt man beim Umsatz in eine Größenordnung von 80 Milliarden Euro mit etwa 420.000 Beschäftigten. Diese Größenordnungen wurden von 3.500 bis 3.700 Unternehmen generiert. Obwohl ähnliche Kennzahlen für andere Länder so nicht zur Verfügung stehen, kann aus vielfältigen Studien geschlossen werden, dass Österreich über eine international bemerkenswerte Clusterdichte verfügt.
Dass Clusterpolitik ein wesentliches Element in der nationalen Technologie- und Innovationspolitik darstellt, wurde auch im österreichischen Regierungsprogramm festgehalten. Dort heißt es:
"Es sollen auch Schwerpunkte durch Clusterbildung in den Bereichen Medizin, Technologie für kleine und mittlere Unternehmen, Bildung und Energie geschaffen werden…Schaffung eines weltweit wettbewerbsfähigen Innovationsumfeldes (Forschung und Entwicklung, Bildung); Anhebung der Forschungs- und Entwicklungsquote auf kurzfristig 3 Prozent des BIP bis 2010, und qualitative Verbesserung der Forschungs- und Entwicklungspolitik durch Konzentration auf Clusterbildung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft,…"
Lassen Sie mich an dieser Stelle auch auf die europäische Dimension verweisen. Die europäische Kommission hat in den vergangenen Jahren starke Akzente zur Weiterentwicklung von europäischen Clustern gesetzt. Dazu mussten zunächst objektive Daten zu Clustern, Clusterpolitik und Clusterinitiativen in den Mitgliedstaaten erhoben werden. Bei der Erstellung des Cluster Observatory konnte sich Österreich - nicht zuletzt aufgrund der engagierten Rolle, die die Mitglieder der Clusterplattform des BMWFJ spielten - kritisch und aktiv einbringen.
Eine weitere wichtige Rolle der Clusterplattform sehe ich darin, dass sie bei der Weiterentwicklung einer transnationalen europäischen Clusterpolitik die Interessen der österreichischen Cluster mit einer starken und gemeinsamen Stimme in die Europäische Cluster-Alliance einbringt.
Bei entsprechendem Engagement aller Akteure können die positiven wirtschaftlichen Effekte, die von Clustern ausgehen, voll ausgeschöpft werden: mehr Wohlstand, Produktivität, Innovation und Beschäftigung.
Cluster werden jedenfalls auch in Zukunft zusammen mit anderen Kooperationsformen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, wie etwa den Kompetenzzentren oder den CD-Labors, eine wichtige Rolle spielen.
Daher unterstützt das Center 1 des BMWFJ diese Aktivitäten der österreichischen Clusterplattform.
Dr. Michael Losch








